Warum dein Ja zu dir alles entscheidet

Auszug aus dem Buch von Veit Lindau – Heirate dich selbst ( S. 24-26):

 

Die Qualität Deiner Beziehung zu Dir ist der Schlüssel zu allem, und alles, was Du erlebst, ist ein Spiegel dieser Qualität. Deine Partnerschaft, Deine Familie, Deine Arbeit, Deine Finanzen und selbst Deine Beziehung zu Gott zeigen Dir, ob beziehungsweise wie sehr Du Dich liebst.

Ein Mensch, der sich nicht mag, kreiert unerfüllte Beziehungen. Er kämpft um oder in seiner Arbeit. Er verbiegt sich für Geld und wenn er es hat, kann er es nicht richtig genießen. Er wird eher krank als andere und erlebt mehr Stress als nötig. Er erschafft zynische Welten oder strafende Götter.

Wenn Du Dir hart begegnest, hastest Du verkrampft durchs Leben. Wo andere Wunder, Möglichkeiten und Geschenke entdecken, stößt Du auf verschlossene Türen und unüberwindbare Hürden. Du bist davon überzeugt, dass Du Dir Glück angestrengt verdienen musst. Das beweist Du Dir und anderen durch die Erlebnisse, die Du unbewusst produzierst. Das Leben wird zu einem ewigen Krampf und Kampf. Die Möglichkeiten fliegen Dir nicht zu – wie es natürlicherweise der Fall wäre –, sondern Du rennst ihnen hinterher. Klingt das anstrengend?

Es ist anstrengend. Für alle Beteiligten und für Dich. Ich weiß, wovon ich spreche. Denn in meinem Leben war alles ein Kampf. Ich habe um Liebe gekämpft. Ich habe um Erfolg gerungen. Doch eigentlich habe ich nur mit einem einzigen Wesen Krieg geführt – mit mir selber. Nach mittlerweile fünfundzwanzig Jahren der Suche und des Findens und der Arbeit mit tausenden Menschen wage ich zu behaupten: Die Krankheit der Selbstablehnung ist weitaus verbreiteter, als es auf den ersten Blick scheint.

Nicht jeder, der begeistert von sich redet, mag sich wirklich. Nicht jeder, der anderen Menschen Liebe schenkt, hat genug für sich übrig. Der innere Krieg der Selbstablehnung findet zum Teil auf offenen Schauplätzen statt – wie zum Beispiel bei einer zerstörerischen Sucht –, doch meistens äußert er sich leise:

  • in einer Berufswahl, die uns unglücklich macht,
  • in den überflüssigen Pfunden, die wir um Herz und Hüfte ansammeln,
  • in der angespannten Art, wie wir arbeiten oder Sport treiben,
  • in unserem Perfektionsdrang,
  • in der Strenge gegenüber unseren Kindern,
  • in der Sabotage unseres Erfolgs und Glücks,
  • in verkrampftem Gutmenschentum,
  • in der Abwesenheit von freudvollen Orgasmen jeglicher Art,
  • in stiller Resignation oder Jähzorn,
  • in einer angespannten Beziehung zu Gott, zur Schöpfung oder wie auch immer Du es nennst,
  • in zu wenig Lachen, zu wenig Spiel, zu wenig Abenteuer,
  • und in dem Versuch, diese Schmalspurversion unseres Lebens auch noch zu verteidigen nach dem Motto: „Das Leben ist eben kein Wunschkonzert.“

Meisten sind es eine Krise, pure Erschöpfung oder ein Moment der Gnade, die Dich zu einer radikalen Entscheidung zwingen: Bist Du bereit, Dich selbst endlich anzunehmen, und zwar genau so wie Du bist?

Der erstaunliche Unterschied eines Lebens vor und nach dieser Entscheidung ist es wert, darüber zu schreiben. Leider sind Worte wie „Liebe“ oder „Hingabe“ in unserer Zeit zu abgedroschenen, tausendfach missbrauchten Phrasen verkommen. Trotzdem ich möchte es wagen, ein so einfaches und oft wiederholtes Wort wie Selbstliebe mit Dir gemeinsam neu zu entdecken. Denn es enthält eine heilsame und gleichsam explosive Botschaft. Die Wahl, Dich so zu lieben, wie Du bist, löst in einer zwanghaften Leistungsgesellschaft eine kleine Erschütterung aus. Ein Mensch, der sich auch in seinen schwächsten Stunden annehmen kann, ist frei und autark. Da er nicht um Brotkrumen der Anerkennung und Sicherheit betteln muss, lässt er sich nicht mehr in das absurde Hamsterrad der Geschäftigkeit einspannen – er gewinnt seine Würde zurück.“

 

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