…im September 2021

DANKBARKEIT

Es ist die Zeit, in der das Jahr sich vollendet, die Zeit der Reife und der Ernte geht zu Ende. Wir feiern Erntedank.

Und bei allem, was auch schwierig und herausfordernd war in diesem Jahr, gab es doch auch so vieles, für das ich sehr sehr dankbar bin!

Ich bin zutiefst dankbar, in einem Land zu leben, in dem ich mich am Abend entspannt in mein Bett legen darf ohne Angst haben zu müssen vor Krieg oder Hunger. Ich bin dankbar, dass das Leben so gut für mich sorgt, dass ich gesund bin, ein wärmendes Dach über dem Kopf und immer genug gesunde Nahrung und sauberes Wasser zur Verfügung habe. Das ist nicht für alle Menschen auf diesem Planeten selbstverständlich. Mir das immer mal wieder bewusst zu machen, lässt mich demütig werden und dankbar für die kleinen Dinge des Lebens, die uns so oft so selbstverständlich erscheinen. Es lässt mich spüren, wie privilegiert ich bin, hier an diesem schönen Platz an der Ostsee leben zu dürfen. Und es lässt mich entspannen, indem ich aussteige aus den alten Denkweisen, neu auf die Welt und auf mich selbst schaue und die Probleme und Ärgernisse des Alltags aus einem neuen Blickwinkel heraus betrachte.

Das bedeutet nicht, dass ich die Dinge, die nicht gut laufen, verdränge, ausblende oder schönrede. Im Gegenteil, wenn ich in Dankbarkeit auf das schaue, was mir geschenkt ist und auch auf das, was mich herausfordert, kann ich mit viel mehr Kraft und Ehrlichkeit die Dinge, die noch nicht gut laufen anschauen, ändern oder annehmen, was sich nun mal nicht ändern lässt. Dankbarkeit ist für mich neben der Fähigkeit zu vergeben die größte Kraft in unserem  Leben, sie wirkt wie ein Katalysator oder Turbo-booster für mehr Zufriedenheit, Glück, Bewusstsein und ein erfülltes Leben.

Wir sind es so sehr gewohnt, unsere Aufmerksamkeit auf das zu richten, was nicht gut läuft, was uns stört, wo uns jemand verletzt oder beleidigt hat, was wir nicht haben oder nicht sind. Unsere gesellschaftliche Kommunikation ist vielfach geprägt von Schuldzuweisungen, Nörgeleien und Manipulation. Für unser Gehirn ist das sehr bequem und einfach. Diesen Trend zu durchbrechen und Einfluss zu nehmen auf unser Miteinander, im kleinen wie im Großen, kostet zunächst einmal Willenskraft, Disziplin und eine bewusste Entscheidung. Doch es lohnt sich! Ich spüre es in meinem Leben, wenn ich mir regelmäßig einen Moment Zeit nehme, innezuhalten und meine Aufmerksamkeit auf die Menschen, Dinge und Gegebenheiten richte, für die ich dankbar bin, ändert sich meine innere und dadurch auch meine äußere Welt. Für mich ist das ein wesentlicher Aspekt des Wandels, den wir gemeinsam gestalten hinein in eine Welt, in der wir uns als die erkennen, die wir wahrhaftig sind.

Und so möchte ich mir heute die Zeit nehmen, Dir uns Euch DANKE zu sagen! Ich bin so dankbar, dass wir auch oder gerade in diesen herausfordernden Zeiten in Verbindung bleiben und dadurch umso mehr lernen, was es heißt, Trennung zu überwinden und verbunden zu sein. Ich danke allen, die mit uns in diesem Jahr an den unterschiedlichen Orten gesungen haben, so spontan und unvorhersehbar und wenig planbar unsere Singtreffen auch sein mochten. Als nichts anderes ging, habt ihr euch mit uns online getroffen und gesungen und habt mir so neue Möglichkeiten eröffnet. Danke auch all jenen, die bei Wind und Wetter in unseren Garten gekommen sind. Es tat gut, wieder am Feuer zusammen zu  kommen und die Gemeinschaft zu spüren. Auch unser Singwochenende in Wittmoldt war für mich in diesem Jahr wieder ein ganz besonderes Erleben, auch weil es das erste „echte“ Treffen nach längerer Pause war. Danke, auch allen, die ihr meine Lieder hört, singt und weitertragt. Ganz besonders dankbar bin all jenen, die meine Musik noch nach „alter“ Tradition als CD oder als mp3-download bei mir direkt kaufen. (Solange an Spotify nur die Plattenfirmen verdienen, ist das streaming leider für Kleinkünstler*innen wie mich noch keine gute Alternative.)

Ichdanke dir, dass du die die Zeit nimmst, meine Zeilen zu lesen, ich danke dir für dein VerbundenSein und freue mich, dass wir gemeinsam in diesen Zeiten auf dem Weg sind.

In herzlicher Verbundenheit
Sabine

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