…im Februar 2024

In unserem Garten leuchten bereits die Winterlinge und auch die ersten Schneeglöckchen durfte ich schon begrüßen. Nach den Stürmen und dem Frost der letzten Wochen freue ich mich über diese kleinen mutigen Frühlingsboten. Sie schenken mir Vertrauen und Hoffnung: egal, wie dunkel der Winter war, stecken sie zuversichtlich im Frühjahr ihre Köpfe durch die Erde. Sie läuten für mich den Frühling und damit auch einen neuen Zyklus im Rad des Lebens ein, das neue Jahr beginnt zu erwachen.

Ich weiß nicht, wie es dir geht; für mein Empfinden nimmt dieses Jahr 2024 doch sehr rasant an Fahrt auf. Und wenn ich sehe, wie viele Streiks und Demonstrationen es allein schon im Januar gab, vermute ich, dass das neue Jahr noch viele Überraschungen für uns bereit hält.

Im Zyklus der Jahreszeiten lerne ich, das Leben und seine Gesetzmäßigkeiten besser zu verstehen. Alle wichtigen Lebensthemen spiegeln sich in den Jahreskreisfesten wider. Und so lerne ich auch, die aktuelle Entwicklung mehr und mehr als Prozess zu begreifen, in dem wir viel von der Natur lernen können.

In einer Zeit so tiefgreifender Umwälzungen brauchen wir tiefes Vertrauen. Es braucht die Heilung unserer Wurzeln und jahrtausendealter Verletzungen, die wir Menschen uns und unserer Erde zugefügt haben. Da ist es gut, uns zu erinnern, dass wir selbst Teil der Natur sind – nie getrennt von ihr waren.

Natur wertet und urteilt nicht, sie kennt keine Schuld und keine Fehler. Sie liebt uns, wie wir sind. Wir sind es, die vergessen haben, wie es ist, zu lieben. Lassen wir uns wieder auf die Verbindung mit den Pflanzen und Tieren ein, fällt es uns deshalb leichter, uns an diese bedingungslose Liebe zu erinnern und in ihr zu heilen.

Kinder, die starke Wurzeln haben und gut an gebunden sind, gehen neugierig und offen auf das Leben zu. Sie sind gewissermaßen wie diese zarten Winterlinge, sie leuchten, nicht wissend, was auf sie zu kommt. Das ist für mich die Kraft von Lichtmess.

Das Licht in unserem Herzen und starke Wurzeln schenken uns Mut und Offenheit für das Ungewisse. Wir wissen nicht, was das Jahr uns bringt. Nicht immer kommt das Neue so, wie wir es erwarten oder vorstellen. Wer nicht gut verwurzelt ist, lässt sich leicht von den Frühlingsstürmen umpusten oder beginnt, die eigene Angst zu maskieren und als Ärger oder Wut auf andere zu projizieren.

Es ist scheinbar so viel leichter, sich zu empören, über andere zu schimpfen, als die eigene Ohnmacht darin zu fühlen und diesem Gefühl in Liebe zu begegnen. Doch wenn wir in der Energie von Empörung hängen bleiben, säen wir weiter Hass und Ärger und erschaffen mehr von dem, was wir nicht wollen. Zudem sind wir in der Energie von Empörung, Wut und Hass sehr leicht durch andere zu manipulieren, weil wir den Zugang zu unserem inneren Zentrum verloren haben. Oder wir beginnen selbst unsere Umgebung zu kontrollieren, zu manipulieren und andere für eigene Zwecke zu missbrauchen. Ich glaube, wir alle kennen diese Mechanismen und niemand kann sich davon freisprechen.

Doch gemeinsam können wir aussteigen aus diesen alten Mustern, indem wir uns unterstützen, uns gegenseitig regulieren und halten, wenn wir aus dem Gleichgewicht geraten sind und so die Liebe in uns nähren und unsere verletzten Anteile heilen. Das Singen heilsamer Lieder ist ein Weg, dies auf eine gute Weise zu tun. Das Feiern der Jahreskreisfeste hilft mir, auf diesem Weg immer bewusster zu werden und bei mir anzukommen.

Gandhi sagte einmal: Es gibt keinen Weg zum Frieden. Der Frieden ist der Weg.Ich glaube, das ist, was Menschen wie Mahatma Gandhi und auch Nelson Mandela ausgemacht hat. Ich weiß aus der Biografie Gandhis, dass er, besonders in jungen Jahren, viel Wut in sich getragen hat. Aber er hat täglich geübt und seinen Geist trainiert, um sich nicht von diesen Gefühlen wie Hass und Wut dazu hinreißen lassen, wiederum andere zu verletzen.

Das bedeutet für mich nicht, alles gut zu heißen, was geschieht. Vielmehr heißt das für mich, dass wir uns auf unsere Werte besinnen und friedvoll und mutig dafür eintreten, statt einfach nur darüber zu schimpfen, was uns nicht gefällt.

In diesem Sinne lade ich dich und uns ein, in dieser Zeit um Lichtmess ganz bewusst das Licht einzuladen, uns zu erinnern, dass wir dieses Licht immer in uns tragen und unseren Geist auszurichten, diesem Licht zu folgen. So stärken wir die Liebe und das Vertrauen in uns und richten uns aus auf Frieden – für die Heilung unserer Erde und für uns.

Danke, dass du mir bis hierher gefolgt bist. Es interessiert mich, wie du es empfindest, was du dazu denkst. Hinterlasse hier also gerne deinen Kommentar.

Herzliche Grüße
Sabine

12 Kommentare

  1. Liebe Sabine, du sprichst mir aus dem Herzen.
    Ja , man muss täglich üben . Die Wut ist manchmal sehr stark. Aber wenn man sich das bewusst macht, kann man dagegen lenken.
    Schöne Woche
    Liebe Grüße Uschi

    1. Danke f deine Worte, Liebe Sabine. Wut und Hass ist ein schlechter Ratgeber, im großen, wie im kleinen. Die Liebe kann alles heilen. Jeder und jede soll damit anfangen.

  2. Liebe Sabine, ja, es ist immer wieder ein wahrnehmen, was im eigenen Innern brodelt. Sich Zeit zu nehmen, dies zu sortieren und dies zu verwandeln, ist eine fortwährende Herausforderung. Durch Singen wird meine Seele ruhig, ich komme in meine Mitte und finde dann oft leichter einen Weg des Herangehens. Ja, der Frühling in den Startlöchern gibt uns hoffentlich die Energie dazu. Was ist es oft schwierig, in der eigenen Familie, im Freundeskreis wertschätzend, liebevoll und ehrlich miteinander umzugehen, Kränkungen zu verarbeiten. Wieviel schwerer ist es im Großen Lösungen zu finden; Ukrainekrieg, Israels Vergeltungsschlag auf Gaza. Ohnmacht, Hilflosigkeit und manchmal Verzweiflung beuteln mich und ich weiß, ich kann nichts ändern. Kann nur bei mir anfangen.
    Ilona

  3. Liebe Sabine, ich folge Deinen Gedanken wieder gern, treffen sie doch genau in meine Welt. Als ich vor nunmehr fast 80 Jahren auf unsere Erde kam, trug ich eine Angst in mir: Die machen doch die ganze Erde kaputt. Wer auch immer „DIE“ sind, habe ich mir vorgenommen, meinen Teil zur Heilung (also Ganzwerdung) beizutragen. Ein Beitrag ist auch das Singen. Herzensdank für unsere Verbundenheit darin.

  4. Liebe Sabine, ich bin immer wieder erstaunt und berührt, wie du es schaffst, solche tollen Worte für das zu finden, was auch in mir vorgeht und sicherlich geht es auch vielen von uns so! Ich versuche jeden Tag, den Frieden in mir zu halten, mein Licht in die Welt zu bringen und im kleinen, innerhalb der Familie, Nachbarschaft, Freundeskreis friedlich und freundlich miteinander umzugehen. Und das ist oft nicht einfach und eine tägliche Herausforderung. Singen hilft mir, das teilen mit anderen Menschen und manchmal auch beten. Und die Natur wahrzunehmen, aufzunehmen und zu spüren. Danke für dich und uns !

  5. Liebe Sabine, sei umarmt für deine stärkenden und herzöffnenden Worte. Ja, der Frühling zeigt an allen Enden die Kraft von Mutter Erde, die Schöpferkraft,die neues Leben in die Welt bringen wird. Das ist der Auftrag, den wir erinnern dürfen und der uns die Kraft gibt, mit Zuversicht und angstfrei unseren Weg zu gehen. Singend und mit offenem Herzen wird das gelingen.

  6. Ganz herzlichen Dank liebe Sabine für deine Worte, die aus deinem Herzen ❤️ sprechen und wie immer in meinem Herzen ankommen. Ich kann all dem, was hier gesagt wurde voll zustimmen. Es liegt in der Hand jedes Einzelnen die Liebe, die alles ist, wieder in sein Herz zu lassen. Nur so kann ich authentisch meinen Mitmenschen in Liebe, Achtsamkeit und Würde begegnen. Der Frieden ist in der Liebe.
    Nur durch Denken erreiche ich weder Wachstum noch Veränderung . Wir leben in einem Tuniversum. Ich bin eine Pionierin der Liebe, ich tue was ich tun kann im Kleinen und im Großen. Ich bringe mein Licht in mir zum leuchten. Es ist mein Licht, dass die Welt erhellt — so wie wir es auch singen. Im Einklang mit unserer Herzensliebe die Wellen des Lebens surfen und dadurch eine Veränderung in unserem unmittelbarem Umfeld bewirken, wo jeder Einzelne von ihnen wiederum eine Veränderung einleutet. So zieht es immer größere Kreise. ICH GEHE VORAN. Nur ich kann für mich gehen, dadurch ein Vorbild sein . Abwarten ändert nichts. Wir leben nicht in einem Abwartiversum. Leben bedeutet Wachstum. Kein Wachstum bedeutet Stillstand. Stillstand führt zu tot — da haben wir wieder die Natur als Beispiel. Schneide ich die Blume von ihrem Stängel und steck sie in die Vase, gibt es keine Vermehrung für sie, sie verwelkt. stirbt.

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